Der Bahnhof:



wurde 1879 /80 durch die Paulinenauer- Neuruppiner-Eisenbahn-Gesellschaft erbaut.

Das Empfangsgebäude ist gegliedert in  einen traufständigen Mittelteil und
2 giebelständige Queranbauten.
Der Bahnhof besteht zum größten Teil aus Fachwerk mit Ziegelausmauerungen.
Im Inneren  befand sich eine Schalterhalle, die jetzt als Restaurant genutzt wird.
Die früheren Dienstwohnungen im Obergeschoss wurden zu Gästezimmern umgebaut.
An das Empfangsgebäude wurde später ein Güterschuppen angebaut, der nach  der Sanierung 2012 komplett neu hergerichtet  wurde und als Küche und Saal  für ca. 60 Personen zur Verfügung steht.


Zur Strecke

1879 wurde mit dem Bau der Paulinenauer-Neuruppiner Eisenbahnstrecke begonnen.
200 Arbeiter wurden für dem Streckenbau eingesetzt. Unter anderem wurden Bahnhöfe in Neuruppin, Fehrbellin und Paulinenaue, sowie Haltestellen in Lobeofsund, Betzin/ Karwesee, Dammkrug und Treskow gebaut.
Durch den weichen Luchboden stiegen die Kosten enorm.
Im Rhinluch bei Fehrbellin mussten 2-3 Meter tiefe Torfschichten abgetragen
werden. Längs der Strecke mussten Übergänge, Böschungen, Durchlässe,
Bahnübergänge, Tunnel und Dämme angelegt werden.
Zudem wurden Telegrafenleitungen und Signale gesetzt.
In Fehrbellin mussten 2 Brücken gebaut werden .
Am 12.09.1880 war die Strecke fertig.
Die Höchstgeschwindigkeit der ersten Lok lag bei 30 km/h.
Deshalb nannte man ihn auch " Stille Pauline ".

Am 18.10.1902 kam zur Einweihung des Denkmals des Großen Kurfürsten,
der die Schlacht bei Fehrbellin 1675 gewann, Kaiser Wilhelm  der II mit dem
Zug nach Fehrbellin.
Am  30.05.1970 fuhr um 20.49 Uhr der letzte Triebwagen nach Neuruppin.
Damit war der Personenverkehr eingestellt.
Der letzte Güterzug fuhr am 02.06.1973 von Dammkrug nach Neuruppin, da der Autobahnausbau begann.
1996 erfolgte die Einstellung des Güterverkehrs in alle Richtungen.
Damit war das endgültige Schicksal des Bahnhofs besiegelt.
2007 wurde die komplette Bahnstrecke von Dammkrug nach Paulinenaue verkauft.
Der neue Besitzer veräußerte die Strecke und Gebäude an die heutigen Besitzer.
Aus der alten Bahnstrecke wurde ein Fahrradweg, der eine große
Bereicherung für den Tourismus in unserer Region ist:
Der Stille-Pauline-Radweg.

Der Bahnhof wurde 2008 von mir gekauft.
Nach vielen behördlichen und bautechnischen Schwierigkeiten konnten meine Ideen endlich im Oktober 2011 in Angriff genommen werden.
Heute erstrahlt der " Alte Fehrbelliner Bahnhof " als ein wunderschönes, liebevoll hergerichtetes Gebäude.
Seit der Eröffnung am 02.12.2012 hat er schon viele Gäste erfreut
und so soll es auch lange bleiben.


Olaf Zietz